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Was der Weihnachtsmann uns über Leadership beibringt

In meinem neuen Blog Beitrag verrate ich, warum Rudolf der beste Beweis für gutes Talentmanagement ist und wieso

"Stille Nacht" manchmal die klügste Leadership Strategie überhaupt ist.

Liebe Führungskräfte, seien wir mal ehrlich: Die Vorweihnachtszeit im Büro ist wie der Versuch, einen Schlitten mit neun Rentieren durch einen Kreisverkehr zu manövrieren, theoretisch machbar, praktisch eine Herausforderung, und mindestens ein Rentier ist garantiert ausgeschert.

Der Weihnachtsmann als Leadership-Guru

Wenn wir über exzellentes Leadership sprechen, kommt uns selten der rotgewandete Mann mit dem weißen Rauschebart in den Sinn. Dabei ist der Weihnachtsmann der vielleicht am meisten unterschätzte CEO der Welt. Denken Sie mal drüber nach:

- Globale Logistik in 24 Stunden: Amazon Prime sieht dagegen aus wie ein Schneckentempo Service

- Team Management: Neun eigensinnige Rentiere plus eine ganze Wichtel Belegschaft

- Stakeholder Management: Milliarden von Kindern mit extrem hohen Erwartungen

- Work-Life-Balance: 364 Tage Urlaub im Jahr (zugegeben, der eine Arbeitstag hat es in sich)

Und das alles ohne Burnout und mit einer Mitarbeiterzufriedenheit, von der die meisten Firmen nur träumen können.

Dezember ist der Monat, in dem Führungskräfte jonglieren wie Zirkusartisten: In der einen Hand der Jahresabschluss, in der anderen die Planung der Weihnachtsfeier, und gleichzeitig soll noch das Q1-Budget stehen. 

Die Realität? Ihr Posteingang quillt über mit E-Mails wie:
“Können wir über mein Jahresgespräch noch VOR Weihnachten sprechen?”
"Wer organisiert eigentlich die Weihnachtsfeier?”
“Müssen wir wirklich ALLE zur Weihnachtsfeier kommen?”
"Können wir das Projekt nicht doch noch vor den Feiertagen abschließen?"

Und während Sie versuchen, alle Bälle in der Luft zu halten, sitzt Kollege Müller bereits seit dem 1. Dezember mit einer Wichtelmütze im Meeting und hat seinen Bildschirmhintergrund auf "Schneefall permanent" gestellt. Seine Produktivität? Seit drei Wochen im Winterschlaf.


Die fünf Leadership-Lektionen vom Weihnachtsmann

1. Klare Vision schlägt komplizierte Strategien

Der Weihnachtsmann hat eine glasklare Mission: Geschenke ausliefern. Als Führungskraft in der Weihnachtszeit bedeutet das: Fokus auf das Wesentliche. Was MUSS bis Jahresende erledigt sein? Was kann warten? Und was haben wir uns selbst aufgehalst, weil wir dachten, wir müssten es tun?

2. Delegation ist keine Schwäche sondern Strategie

Der Weihnachtsmann macht nicht jedes Geschenk selbst. Er sitzt nicht persönlich am Steuer des Schlittens. Er prüft nicht jeden einzelnen Wunschzettel auf Rechtschreibfehler. Er hat ein Team und er vertraut diesem Team. Die Wichtel bauen die Geschenke. Die Rentiere navigieren. Er konzentriert sich auf die großen Entscheidungen und darauf, das System am Laufen zu halten. Wenn Sie als Führungskraft im Dezember noch jede E-Mail selbst beantworten und jede Kleinigkeit absegnen müssen, dann läuft was grundlegend schief.

3. Der Grinch-Faktor: Nicht jeder liebt Weihnachten (und das ist okay)

In jedem Team gibt es jemanden, der Weihnachten hasst. Der bei "Last Christmas" die Augen verdreht. Der die Weihnachtsfeier lieber überspringt. Der schon bei der ersten Lichterkette Fluchtgedanken entwickelt. Schlechte Führungskräfte versuchen, alle zum Mitmachen zu zwingen. "Komm schon, sei kein Spielverderber!" Gute Führungskräfte akzeptieren, dass Menschen unterschiedlich ticken. Leadership bedeutet nicht, alle gleichzuschalten. Es bedeutet, einen Rahmen zu schaffen, in dem verschiedene Menschen funktionieren können.

4. Die "Stille Nacht"-Regel: Manchmal ist weniger mehr

Es gibt einen Grund, warum das bekannteste Weihnachtslied "Stille Nacht" heißt. Manchmal ist die beste Führungsentscheidung: NICHTS zu tun. Keine Last-Minute-Projekte am 23. Dezember. Keine "noch schnell"-Meetings am 22. um 16 Uhr. Keine strategischen Grundsatzentscheidungen zwischen den Jahren, wenn eh nur die Hälfte des Teams da ist. Leadership bedeutet auch zu wissen, wann man NICHT agiert. Wann man den Laptop zuklappt und sagt: "Das kann warten bis Januar."

5. Rudolf-Management: Manchmal braucht das Team einen mit der roten Nase

Rudolf wurde ursprünglich für seine rote Nase ausgelacht. Bis genau diese Eigenschaft ihn zum wichtigsten Rentier der ganzen Operation machte. Nebel? Kein Problem. Rudolf führt den Weg. In Ihrem Team gibt es auch Rudolfs. Menschen, die anders sind. Die anders denken. Die Ideen haben, die erstmal schräg klingen. Schlechte Führungskräfte bügeln sie glatt. Gute Führungskräfte erkennen: Genau diese Menschen können in kritischen Momenten den Unterschied machen.

Was Sie von der Weihnachtsmann-Logistik lernen können

Der Weihnachtsmann schafft, was logistisch eigentlich unmöglich ist. Was ist sein Geheimnis? Er plant das ganze Jahr: Nicht erst am 23. Dezember wird überlegt, welches Kind was bekommt. Das System läuft kontinuierlich. Leadership-Übersetzung: Jahresendziele erreicht man nicht im Dezember, sondern durch konsequente Arbeit ab Januar.

Er hat Backup-Pläne: Nebel? Rudolf. Rentier krank? Es gibt neun davon. Kamin zu eng? Plan B durch die Tür. Gute Führungskräfte haben immer einen Plan B. Und C. Und manchmal auch D.

Er skaliert ohne Qualitätsverlust: Ob 10 Kinder oder 10 Millionen, jedes bekommt sein Geschenk. Das ist Operations Excellence. Wie schaffen Sie es, dass Ihr Team auch unter Druck die gleiche Qualität liefert?

Ihr Leadership-Survival-Guide für Dezember

Woche 1-2 (Anfang Dezember):
Setzen Sie Prioritäten. Was MUSS bis Jahresende? Was kann ins neue Jahr? Kommunizieren Sie das glasklar an Ihr Team. Keine schwammigen "Wir schauen mal"-Aussagen.

Woche 3 (Mitte Dezember):
Loslassen üben. Delegieren Sie. Vertrauen Sie Ihrem Team. Und hören Sie auf, jede E-Mail nach 20 Uhr noch zu beantworten. Sie sind keine Notaufnahme.

Woche 4 (Endspurt vor Weihnachten):
Runterfahren. Keine neuen Projekte mehr starten. Keine strategischen Diskussionen mehr anfangen. Nur noch: Abschließen, aufräumen, abschalten.

Zwischen den Jahren:
Machen Sie NICHTS Wichtiges. Wirklich. Ihre beste Leadership-Entscheidung ist hier: Pause-Taste drücken.

Was der Weihnachtsmann besser macht als die meisten CEOs

Er liefert, was er verspricht: Keine leeren Ankündigungen. Keine verschobenen Deadlines. Wenn er sagt "24. Dezember", dann ist es der 24. Dezember. Nicht "Q1 nächstes Jahr, wenn die Marktlage es zulässt".

Er macht keine Mikromanagement-Fehler: Stellen Sie sich vor, der Weihnachtsmann würde jeden Holz-LKW in der Wichtel-Werkstatt persönlich abnehmen. Er wäre immer noch bei Geschenk Nummer drei, während die Kinder schon 30 Jahre alt sind.

 

„Leadership in der Weihnachtszeit ist wie Schlitten fahren: Manchmal muss man sich einfach treiben lassen, den Berg hinunter sausen und darauf vertrauen, dass der Schlitten hält. 
Nicht alles muss perfekt geplant sein. Manchmal reicht es, klare Entscheidungen zu treffen, loszulassen und dem Team zu vertrauen.“

In diesem Sinne: Mögen Ihre Rentiere alle in die gleiche Richtung laufen, Ihre Wichtel wissen, was zu tun ist, und Ihr Schlitten nicht im Jahresendgeschäft stecken bleiben.

 

Frohe Weihnachten und führen Sie mit Hirn, nicht mit Hektik!

Ihr Manuel Marburger
Keynote Speaker für Leadership

 

Von Manuel Marburger – Keynote Speaker für Leadership und Wertschätzung

 

 

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