Von Manuel Marburger – Keynote Speaker für Leadership und Wertschätzung
Echtes Interesse am Menschen: die stärkste Führungsqualität im Business, weil Wertschätzung Vertrauen schafft und Potenziale freisetzt
Führung im Business wird oft auf Methoden reduziert: Zielvereinbarungen, OKRs, KPI-Dashboards, Performance-Reviews. Alles sinnvoll. Aber wenn man ehrlich ist, entscheidet im Arbeitsalltag aus meiner Sicht etwas anderes darüber, ob Teams liefern: Vertrauen. Und Vertrauen entsteht nicht durch Prozesse. Vertrauen entsteht, wenn Menschen spüren: Meine Führungskraft sieht mich und nicht nur meine Ergebnisse. Genau deshalb ist echtes Interesse am Menschen eine der stärksten Führungsqualitäten: Es wirkt direkt auf Motivation, Bindung und Leistung.
Wenn Wertschätzung fehlt, wird’s teuer, nur eben leise und oft unerkannt: weniger Initiative, weniger Verantwortung, mehr innere Kündigung. Eine aktuelle Zahl macht das greifbar: Laut Randstad Employer Brand Research 2025 fühlen sich 41% der Beschäftigten in Deutschland nicht wertgeschätzt. Das bleibt nicht ohne Folgen für Loyalität und Leistung. Wertschätzung ist aber nicht „einmal im Jahr Mitarbeitergespräch“. Sie ist Führungsalltag.
Was „echtes Interesse“ im Business bedeutet (ohne privat zu werden)
Viele Führungskräfte blocken beim Wort „Interesse“, weil sie denken: Jetzt muss ich Therapeut sein. Nein. Im Arbeitsalltag heißt echtes Interesse: Du interessierst dich für die Person in ihrer Rolle und das mit ihren Stärken, Belastungen, Ambitionen und der Arbeitsrealität. Genau diese Perspektive steckt auch in gängigen Definitionen von Wertschätzung: Es geht nicht nur um Leistungslob, sondern um ehrliches Interesse am Menschen, Respekt und Anerkennung und darum, Wertschätzung aktiv zu zeigen und auszusprechen. Das ist professionell. Und es ist extrem wirksam.
Great Place To Work beschreibt in einer Befragung (O.C. Tanner), was Mitarbeitende von Führung wirklich wollen: 37% sagen, mehr persönliche Wertschätzung würde sie am stärksten zu besserer Arbeit ermutigen, nur 7% nennen höheres Gehalt als effektivsten Motivator. Übersetzt ins Business: Wertschätzung ist ein Performance-Treiber und nicht nur, wie viele denken, ein Kulturthema.

1) 1:1-Gespräche: Von „Status-Update“ zu „Performance-Dialog“
Mini-Routine (2 Minuten): Starte jedes 1:1 mit einer Kontextfrage: „Was ist diese Woche die größte Hürde, damit du richtig gut arbeiten kannst?“
Warum das wirkt: Du signalisierst Verantwortung für Rahmenbedingungen, nicht nur Kontrolle über Ergebnisse.
2) Nach Leistung: Konkret statt allgemein („Top gemacht“)
Great Place To Work empfiehlt: Wertschätzung wirkt stärker, wenn sie genau und relevant ist und an konkrete Leistung/Ziel gekoppelt.
Das kann zum Beispiel heißen: „Deine klare Struktur im Kunden-Call hat die Entscheidung beschleunigt, genau dieses Vorgehen brauchen wir öfter.“
3) Timing: Zeitnah statt „irgendwann“
Wenn Anerkennung Wochen später kommt, verliert sie Wirkung. Great Place To Work nennt „zeitnah“ explizit als Merkmal authentischer Wertschätzung.
Business-Regel: 48 Stunden. Wenn du’s siehst, sag’s zeitnah.
4) Unsichtbare Leistung sichtbar machen (die echten Leistungsträger sterben sonst leise)
Nicht nur das Ergebnis zählt, sondern auch das, was Teams stabil hält: Abstimmung, Wissen teilen, Konflikte lösen, Qualität sichern. Das passt zu einem zentralen Punkt aus dem Unternehmenskultur-Kontext: „Kleine Gesten, große Wirkung“ und auch ein einfaches Dankeschön kann langfristig viel bewegen.
5) Beteiligung als Wertschätzung: Expertise nutzen statt Top-down entscheiden
Das Team um Rat bitten und damit zeigen, dass Meinung und Fachwissen zählen.
Zum Beispiel: „Ich treffe die Entscheidung, aber ich will vorher eure Sicht: Wie seht ihr das? Gibt es ein Risiko, das ich momentan nicht sehe?“
Die häufigste Falle im Business: Wertschätzung wird mit „Bonus“ verwechselt. Bonus kann motivieren. Aber Wertschätzung ist kein Vergütungsthema, sondern ein Beziehungs- und Führungsverhalten: sehen, benennen, einordnen, Wirkung verdeutlichen. Wenn du Wertschätzung nur über Geld „auslagerst“, bleiben Vertrauen und Zugehörigkeit oft trotzdem dünn. Und dann wunderst du dich, warum Leistung nicht stabil wird.
- Wähle 2 Mitarbeitende, die du diese Woche bewusst „sehen“ willst.
- Notiere je Person 1 konkreten Beitrag (Verhalten + Wirkung).
- Sprich es innerhalb von 48 Stunden aus.
- Stelle eine Business-Frage: „Was brauchst du von mir, damit du nächste Woche 10% besser liefern kannst?“
Echtes Interesse ist keine Zusatzaufgabe. Es ist die Basis, auf der alles andere erst funktioniert: Ziele, Feedback, Change, Performance. Wertschätzung ist die sichtbarste Form dieses Interesses und Vertrauen ist das Ergebnis.
Und wenn Vertrauen da ist, musst du Potenziale nicht „pushen“. Dann werden sie freigesetzt.
Manuel Marburger teilt als Keynote Speaker seine außergewöhnlichen Erfahrungen aus Höhenrettung und Unternehmertum. Seine Vorträge sind keine Theorie, sondern gelebte Praxis, ehrlich, direkt und motivierend.
Weiterführende Keynote-Themen:
- Wertschätzung trifft Leadership
- Inspiration als Führungsstrategie
Von Manuel Marburger – Keynote Speaker für Leadership und Wertschätzung
