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Leadership & Change: Warum „Ansagen“ nicht reichen und was wirklich wirkt

Der größte Irrtum in Transformationsphasen: Wir glauben, wenn wir den Plan haben, haben wir den Change.


Veränderung ist heute kein Projekt mehr mit Start- und Enddatum. Sie ist der Normalzustand. Und genau deshalb entscheidet Leadership im Change nicht über die PowerPoint-Folie „Zielbild 2027“, sondern über das tägliche Verhalten: Wie klar wir führen, wie konsequent wir kommunizieren und wie sicher Menschen sich fühlen, den Weg wirklich mitzugehen.

Der größte Irrtum in Transformationsphasen: Wir glauben, wenn wir den Plan haben, haben wir den Change. In Wahrheit gilt: Organisationen ändern sich nicht. Menschen tun es. Change ist immer auch Emotion und Leadership ist die Übersetzung

Wenn sich Strategien ändern, ändern sich für Mitarbeitende drei Dinge gleichzeitig:

Sinn: „Warum machen wir das – und warum jetzt?“
Sicherheit: „Was bedeutet das für mich – Rolle, Status, Zukunft?“
Selbstwirksamkeit: „Kann ich das überhaupt – und darf ich das lernen?“

Ein gutes Modell, das diesen „Menschen-Change“ greifbar macht, ist ADKAR: Awareness, Desire, Knowledge, Ability, Reinforcement also Bewusstsein, Wunsch, Wissen, Fähigkeit und Verstärkung 
Und die Leadership-Aufgabe im Change Prozess ist es, diese fünf Bausteine aktiv zu ermöglichen nicht zu erwarten.


Vom Change-Management zum Change-Leadership: Energie entsteht durch Richtung und Beteiligung


Struktur hilft. Aber Struktur ohne Führung wird Bürokratie. Ein bekannter Rahmen ist Kotters 8-Stufen-Prozess, der u. a. Dringlichkeit, Koalition, Vision, Barrierenabbau und „Quick Wins“ betont. Was viele jedoch unterschätzen:
Kotter ist kein „Ablaufplan“, sondern ein Führungsauftrag. Jede Stufe steht und fällt mit Verhalten:

Dringlichkeit ohne Panik
Vision ohne Worthülsen
Quick Wins ohne Schönfärberei
Verankerung ohne Zynismus

Psychologische Sicherheit ist dabei der unterschätzte Turbo für Change: Wenn Menschen Angst haben, Fehler zuzugeben oder Fragen zu stellen, wird Change teuer: Verzögerungen, stille Verweigerung, Dienst nach Vorschrift. Amy Edmondson prägte „psychologische Sicherheit“ als geteilte Überzeugung im Team, dass es sicher ist, zwischenmenschliche Risiken einzugehen (z. B. Dinge anzusprechen). 
Ohne Sicherheit keine Offenheit. Ohne Offenheit kein Lernen. Ohne Lernen keine Transformation.

Drei Führungsprinzipien, die Change sofort verbessern (ohne neues Budget)


Prinzip 1: „Sag weniger – klär mehr“

Viele Change-Kommunikationen sind zu lang und gleichzeitig zu unklar.
Statt 30 Folien: drei Sätze, die sitzen:

Wozu verändern wir? (Outcome)
Was ändert sich konkret? (Verhalten/Entscheidungen)
Was bleibt bewusst gleich? (Stabilität)

Prinzip 2: „Beteiligung ist kein Workshop – es ist ein System“

Menschen glauben an das, was sie mitgestalten.
Beteiligung heißt nicht: alle entscheiden alles.
Beteiligung heißt: klar definierte Mitgestaltung und wo Feedback wirklich Konsequenzen hat.

Prinzip 3: „Quick Wins sind Vertrauens-Währung“

Quick Wins sind keine PR. Sie sind der Beweis: „Es bewegt sich etwas und wir meinen es ernst.“
Feiere Ergebnisse, aber noch wichtiger: Feiere Lernen (was nicht geklappt hat, was ihr angepasst habt).


Mini-Toolbox für deinen nächsten Change-Check-in (15 Minuten)

Wenn du nur eine Routine etablierst, dann diese drei Fragen im Teammeeting:

Was hat sich seit letzter Woche verbessert, messbar oder spürbar?
Wo sind wir gerade blockiert (Prozess, Entscheidung, Priorität)?
Was müssen wir lernen, um den nächsten Schritt sicher zu gehen?

Diese Fragen erzeugen Fokus, Ownership und psychologische Sicherheit, weil Hindernisse erlaubt sind und Lernen erwartet wird. Change scheitert selten an der Strategie. Er scheitert an der Übersetzung in den Alltag: Prioritäten, Entscheidungen, Gespräche, Mut.

Leadership im Change heißt: Richtung geben, Sicherheit schaffen, Lernen beschleunigen.

 

Erleben Sie inspirierende Leadership im Change live

Manuel Marburger teilt als Keynote Speaker seine außergewöhnlichen Erfahrungen aus Höhenrettung und Unternehmertum. Seine Vorträge sind keine Theorie, sondern gelebte Praxis, ehrlich, direkt und motivierend.

Weiterführende Keynote-Themen:

- Wertschätzung trifft Leadership
- Leadership in unsicheren Zeiten
- Inspiration als Führungsstrategie

 

 

Von Manuel Marburger – Keynote Speaker für Leadership und Wertschätzung

 

 

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